Alle paar Jahre stoße ich auf den im doppelten Sinne merkwürdigen Begriff Retro-Futurismus. Zuletzt im genialen Album Speak Low von Lucia Cardotsch, Otis Sandsjö und Petter Eldh. „This is acoustic retro-futurism“ ist groß auf der Innenseite des Covers zu lesen.
Wenn ich den Begriff richtig verstehe, ist damit der Versuch gemeint, sich rückblickend der Zukunftsvorstellungen der Vergangenheit zu bemächtigen. Ein auf den ersten Blick paradoxes Unterfangen, dem trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) eine gewisse kulturelle Innovationskraft eigen scheint.
Solch einer ‚paradoxen künstlerischen Intervention’ hatte ich mich bereits zur Jahrhundertwende bedient, als ich in einer Bilderserie für meine damalige Homepage versuchte, längst vergangene Bilder von Außerirdischen und die mit ihnen verbundenen Ängste lichtbildnerisch nachzuempfinden. Gemeint waren die alptraumhaften Alien-Bilder der fünfziger und sechziger Jahre, für die die Romane von Robert A. Heinlein und herrlich absonderliche Filme wie Blob – Schrecken ohne Namen (1958) stehen.
Meine Bildserie trug damals den – in der Rückschau selbst für mich nicht leicht zu interpretierenden – Titel Welt 2. Hier als kleine Erinnerung an mein damaliges Kunstschaffen einige ausgewählte Arbeiten aus diesem Zyklus – sozusagen Retro-Retro-Futurismus.

Willkommen

Unheimliche Begnung

Merkosh

Der Botschafter

Das Experiment
[all denjenigen gewidmet, die bis heute glauben, von Außerirdischen entführt worden zu sein]
