„Keine Fisimatenten!“ war der Warnruf des bewaffneten Bankräubers Mitte des 20. Jahrhunderts. Heute würde dieser Ruf die so Bedrohten wohl eher ratlos zurücklassen – die Wahrscheinlichkeit einer Katastrophe wäre hoch. Verlassen wir also besser diese riskante Szenerie. Warum trägt dieser Blogbeitrag eine solch seltsame Überschrift? Das heute fast in Vergessenheit geratene Wort besticht durch seine ungeklärte Herkunft. Von allen Erklärungen (siehe hier die hilfreichen Erläuterungen bei Wikipedia) gefällt mir die Variante von Wolfgang Teusch in seinem „Wiener Dialekt Lexikon“ am besten: Eine Ableitung vom italienischen fisima, was als ‚Laune‘ oder ‚Grille‘ übersetzt werden kann. Das paßt zwar wenig zum Ziel des oben zitieren Bankräubers, der die Bedrohten auffordert ‚keinen Unsinn‘ zu machen, kommt mir künstlerisch aber entgegen. Denn die Bilder dieses Beitrags folgen (m)einer Laune: Ich habe dem Rechner ein paar halb willkürliche Vorgaben gemacht und ihn dann für mich arbeiten lassen. Herausgekommen sind Überraschungen. Dies weist einmal mehr auf die Vorteile der Kooperation zwischen Mensch und algorithmischer Maschine hin: Kontingenzen sind nicht nur zugelassen, vielmehr sogar hoch erwünscht. Den gelungenen Programmpfaden kann ich (wie hier) ein paar Tage folgen – die weniger gelungenen verschwinden im künstlerischen Nichts. Also: Durch Launen und Grillen zum Erfolg. In diesem Sinne: Fisimatenten.
PS. Das frühneuhocheutsche fisiment als bedeutungsloser Zierrat an mittelalterlichen Wappen ist als Ursprung des Begriffs auch überzeugend – würde die Künstlerseele aber doch ein wenig kränken. Bleiben wir also besser italienisch.

Wir achten auf
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Milan im Winter
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Jule hat Fragen
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Erinnerungsparamenter
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Dehnübung No. 2
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Einsamkeit
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Stopp mal
Bild oben: Dehnübung No. 1
Zugabe: Selbstbildnis im März

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Buch zu den Bildern: Mascha Kaléko: Das lyrische Stenogrammheft
Musik zu den Bildern: Dota Kehr: Mascha Kaléko (2020)
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