Hier gibt es verschiedene Traditionen. Mit meinen heutigen Experimenten folge ich derjenigen, die das Konkrete des usprünglichen ‚Motivs‘ ins Abstrakte aufzulösen beabsichtigt. Das ist eine Art maximaler Verfremdungseffekt, der, wenn das Vorhaben gelingt, die Wahrnehmung zu irritieren vermag. Es entstehen neue Ein- und Ausblicke, die zwar nicht gänzlich, aber doch weitgehend unabhängig von jenem Motiv sind, auf das das Kameraobjektiv fokussiert war. Es spielt deshalb bei der Bildserie, die nach den ersten beiden entstandenen Werken den Arbeitstitel „Neolithikum“ trägt, auch keine Rolle, was die Kamera ursprünlich abgebildet hatte. Die Objekte (oder Personen), die sonst im Mittelpunkt des fotografischen Blicks stehen, wandern aus dem Zentrum des Interesses in die Peripherie, dienen nur noch als ferne Referenz. Für die neu erschaffene ‚fotografische Wirklichkeit‘ spielt es auch keine Rolle, mittels welcher technischen Maßnnahmen (man könnte auch sagen ‚Tricks‘) das wohlbekannte Konkrete in das unbekannte Abstrakte verwandelt worden war. (Im Sinne von Vilém Fllusser könnte man von einer nachträglichen Überlistung des Kamera-Programms sprechen.) Wichtig ist allein, dass die Bilder neuartige, bisher ungesehene optische Räume entstehen lassen, die vielfältige bildästhetische Assoziationen ermöglichen.
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Speerspitze
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Stratigraphie
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Paradoxer Schatten
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Der Weg der Ameise
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Faustkeil
Bild oben: Faustkeil, umgearbeiteter Ausschnitt
Musik zu den Bildern: Manu Katché u.a.: Neighbourhood, 2005 (Das Album hatte ich schon einmal empfohlen – aber es ist den erneuten Verweis wert… nicht zuletzt wegen des genialen Tomasz Stanko an der Trompete. Reinhören lohnt sich!)
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