„Ist das Deine diesjährige Adventsserie?“, wurde ich gefragt. Ups – seit wann mache ich Adventsserien? Mein erster Gedanke: hier war der innigliche Wunsch der Betrachterin Ursache der Interpretation. Mein zweiter Gedanken war dann aber: Warum eigentlich nicht? So habe ich das letzte Bilder der Serie, das ursprünglich kurz und knapp Mysterium hieß, spontan unbenannt – und damit dem ganzen Zyklus eine vorweihnachtliche Konnotation verliehen. Eigentlich sollte es bei der neuen Serie um die Farbe Rot gehen, um die mysteriöse bis unheimliche Wirkung, die von ihr ausgehen kann, wenn die davon geprägten Bilder nur genügend Alltagsferne aufweisen. In diesem Sinne war die Serie surreal (ich würde in meiner Sprache sagen surtuell) gedacht: im Mittelpunkt die Verfremdung der Bilder durch eine eigenartige, farblich wie räumlich dominierende Struktur. Eine, die sowohl als amöbenartiges Wesen als auch als diffuses Objekt gedeutet werden kann. Aber nun gut – der Zyklus „Rote Schatten“ ist nun einmal direkt vor Weihnachten entstanden und den einen oder die andere erinnert jene klecksartige Struktur offenbar an einen zerfließenden Weihnachtsstern (oder auch einen Flecken Kerzenwachs). Alles völlig legitime Assoziationen. Wem es also, im Gegensatz zu mir, wichtig ist: Frohe Weihnachten!
Und wer das vermeintliche Weihnachtsbaumbild zu den Festtagen verschenken will, kann gern per Email eine große, druckfähige Fassung des Werkes anfordern: kytom@posteo.de
.

Im roten Kleid
.

Meerjungfrau
.

Schattentanz
.

Rotes Erschrecken
.

Mein Rot
.

Weihnachtsbaum
Bild oben: Högschte Konzentration
Gänzlich unweihnachtlicher Musiktipp zu den Bildern: Coleman Hawkins: the hawk flies high. (Hatte ich schon mal empfohlen – ist und bleibt für mich aber eines der besten Jazz-Alben aller Zeiten; die Aufnahmen stammen aus dem März 1957.)
.
Kommentar Milan von O.: Ich habe eher an die Zeit zwischen den Jahren und die damit verbundenen Rauhnächte des Volksglaubens gedacht. Zur mysteriösen käme dann noch eine eher mythische Dimension. Mal wieder Deine ganz eigene Art der ‚Brauchtumspflege‘?
.
