Surtuelle Versuche 2023

Vor mehr als zwanzig Jahren hatte ich versucht mein künstlerisches Schaffen im Spannungsfeld zwischen Surrealismus und Digitalität theoretisch zu untermauern … oder zu überfrachten (ich schwanke bezüglich dieser Einschätzung bis heute). Was auch immer davon richtig sein mag – Ergebnis war das Surtuelle Manifest aus dem Jahre 2001. Seither bin ich immer mal wieder damit beschäftigt, dieses alte Programm mit Leben (gemeint: mit Bildern) zu erfüllen. Unten einige aktuelle Versuche dazu. Viel mehr ist an dieser Stelle eigentlich nicht zu sagen – das Manifest spricht ja für sich. Auch wenn ich es heute nicht mehr unbedingt so formulieren würde. Damals war die Digitalkunst noch jung und in gewisser Weise unschuldig. Wir wussten einfach nicht, was kommen würde. Die automatisierte Verfremdung – man sollte hier sagen Verunstaltung – von Fotos durch instagram & Co. war damals schlicht noch nicht erfunden. Wäre ich seinerzeit hellsichtiger gewesen, hätte ich, was die künstlerischen Aspekte angeht, vielleicht eher gewarnt als gejubelt. Aber das ist jetzt Geschichte. Doch welche Konsequenzen ziehen wir (ich meine hier: Alle Fotokünstler#innen) daraus? Für mein eigenes Schaffen bin ich mir da höchst unsicher. Welchen Gewinn hat die Digitalisierung der Kunst gebracht? Und welchen Preis mussten und müssen wir dafür zahlen? Doch zumindest für mich ist die Rückkehr zum Analogen auch keine Option. Oder vielleicht doch?

Die Verwandlung (frei nach Kafka)

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An der Tränke (Gottesanbeterin II)

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Feste Bindung (allen jungen Braupaaren gewidmet)

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Mumph

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Surrealer Torso

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Clown mit Paranoia (Selbstbildnis)

Bild oben: Pala-Pala No. 77

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Musik zu den Bildern: Mathias Eick: Midwest (2015) Manches vom Album kann man hier sehen und hören (wenn man die wirklich nervige Werbung dabei erträgt…)

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