Eine der faszinierendsten Zivilisationen, die das Startrek-Universum bereithält, sind zweifelsohne die Borg: Wesen mit einem Hive-Bewusstsein, die gleichermaßen aus organischen und technologischen Komponenten bestehen. Sie können ikonographisch für das Ziel der transhumanistischen Bewegung stehen: Wir alle werden zu unsterblichen Maschinenmenschen, die einen Großteil ihres humanen Erbes hinter sich gelassen haben. Das Menschliche ist im Transhumanen dabei nicht dialektisch, sondern a-moralisch aufgehoben: Trans-Humanismus bedeutet immer auch Negation des Humanismus und seiner Ideale. Was übrig bleibt, ist – den Phantasmagorien verwirrter postmoderner Geister entsprungen – der Legomensch. Der Frankenstein-Horror des 19. Jahrhunderts mutiert zum Zivilisationsideal des neuen Jahrtausends. Technomanie. Als Körperkünstler aber darf (und sollte) man fragen: Ist es wirklich erstrebenswert als eine Art Legomännchen weiterzuleben? Angesichts des hochtrabend verbrämten transhumanistischen Deliriums wird die Verteidigung des Humanismus im weitesten Sinne zur künstlerischen Pflicht.

Legoman

Wir sind Borg

Transhumanistisches Delirium

Postmoralische Geste

Post-Trans-Provokation

Gute Nacht, Menschheit
Bild oben: Legowoman
